Freitag, 4. Juni 2010

Was ist bloß mit der Welt los????????


Ich bin so erschüttert auf der einen Seite und auf der anderen Seite spüre ich in meinem Bauch tiefe Liebe, Kraft und Dankbarkeit!



Gestern ist in der Schule meiner Kinder ein 15-jähriges Mädchen aus dem 3.Stock gesprungen. Einige der Schüler haben den Fall gesehen, eine Lehrerin war als erstes dort ,hat erste Hilfe geleistet. Viele Schüler haben die Reanimation gesehen. Trotz Absperrung ,die dann wohl ziemlich schnell erfolgt war, sind alle erschüttert. Meine Kleine hat "nichts" gesehen, ist aber sehr belastet. Mein Großer ist Parallelschüler des Mädchens und natürlich total geschockt. Sie waren zusammen in der gleichen Französischklasse.

Ich bin so erchüttert, tief traurig. Wie groß muß die Not des Mädchens gewesen sein, dass der Tod besser erscheint, als ein im Moment wohl trauriges Leben? Wieso hat keiner etwas gemerkt??Wieso konnte sie sich keine Hilfe holen-wo auch immer??? Wieso springt sie in der Schule-wo jetzt 700 Schüler und ca. 70 Lehrer mehr oder weniger mit den Bildern, Vorstellungen, Erinnerungen fertig werden müssen und es nie wieder so sein wird,wie vorher. Der Klassenraum ist damit belegt, die Aufprallstelle, sollte die Schülerin, die noch in Lebensgefahr schwebt , wieder an die Schule kommen.....die Erinnerungen werden verblassen-aber so etwas löscht sich nicht aus der Erinnerung.

Mir tut es Leid um meine Kinder, die jetzt mit etwas klar kommen müssen, dass sie sich nicht ausgesucht haben.

Natürlich habe ich mir auch die Frage gestellt: kenne ich meine Kinder wirklich, geht es ihnen gut? Würden sie sich Hilfe holen, wenn sie es bräuchten? Sicherlich sind in der Pubertät nicht die Eltern Ansprechpartner erster Wahl-obwohl ich mir das wünsche und immer wieder anbiete.



Ich frage mich , was ist bloß geschehen? In unserer Kirchengemeinde hat ein Pastor Kinder mißbraucht, er wurde von seinen Kollegen gedeckt und versetzt, es gab Mitwisser, die NICHTS getan haben. Einer hat sich gestellt, aber es wissen sicher noch mehr davon, predigen munter weiter und ersticken nicht an ihrer Schuld. Im Namen Gottes!!!!!



Menschen laufen Amok-wahllos, Ehestreiterein enden tödlich, Passanten werden wegen nichts an Bahnhöfen erstochen, zusammengetreten.....

Wo ist man denn noch sicher????



Trotz allem empfinde ich eine tiefe Liebe zu meiner Familie.Ich habe ein Zuhause, das noch sicher ist, ich hoffe ein Umfeld geschaffen zu haben, in dem sich die Kinder geborgen fühlen, in dem sie aufgefangen werden-auch wenn eine 5 nicht bejubelt wird.( Der Kopf bleibt dran..:0)).

Ich spüre gerade jetzt ,dass ich mich auf jeden in meiner Familie verlassen kann, dass es das wunderbarste Geschenk ist, was ich in meinem Leben bekommen hab:
meine Kinder und meinen Mann. Dass trotz fliegender Fetzen( aller untereinander), es uns immer wieder gelingt den Weg zueinander zu finden.
Und ich immer mehr merke, dass was am Ende wirklich zählt, wenn alles andere erschüttert, Angst macht, bedroht:
meine Familie und unsere Gesundheit.



Ich bin so unendlich dankbar dafür!!!!!



Sorry, aber ich mußte mir mal alles von der Seele schreiben.

Der gestrige Vorfall hat mich so tief erschüttert und zeigt,
wie unvorhersehbar das eigene Leben doch ist.
Auch wenn es uns nicht direkt betrifft, betrifft es uns doch......



Habt einen schönen Tag, mir geht´s ein wenig besser.



Genießt Eure Familie und Euer Leben,
es ist das Schönste, welches wir haben...
und wir haben nur das eine...



Christine

Kommentare:

  1. Liebe Christine,

    welch´ein tragisches Ereignis. Hoffentlich erlischt dieses junge Leben nicht!

    Ich bin auch sehr dankbar, dass ich mit meiner Familie ein harmonisches und gesichertes Leben führen kann. Aber, wie Du auch geschildert hast, das Blatt kann sich so schnell wenden...

    Die Hauptsache ist, dass wir aus unseren Kindern starke Erwachsene werden lassen. Mit Ecken und Kanten, ohne das dämliche, von allen Seiten einwirkende Bild vom "Perfekt sein".

    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende

    Britta

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  2. Du sprichst mir mit allem aus tiefster Seele.
    LG Claudia

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  3. Oh wie schrecklich sowas zu lesen! Ich bin immer wieder erschüttert...

    GGGLG Martina

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  4. Oh mein Gott!
    Ich hoffe genau wie du, dass meine Kinder immer jemanden zum "ausweinen" haben, sie wissen wem sie ihre Sorgen anvertrauen können und wissen wo ihnen geholfen wird. Wenn wir als Eltern das sind, haben wir alles richtig gemacht.

    Wo die Gleichgültigkeit, Brutalität und Wegseherei vieler, vieler Menschen hinführen wird, weiß ich leider auch nicht. Darum gibt es nicht besseres und schöneres als eine intakte Familie.

    Hab ein schönes Wochenende und ei ganz lieb gegrüßt von

    Katja

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  5. Liebe Christine,

    fast genau vor 21 Jahren hat sich meine beste Freundin und die Paten Tante meines Sohnes auf die gleiche weise das Lebensgenomen ,ich war damals 18jahre jung ,ich habe bis heute nicht verstanden wieso ,ich dachte das ich alles über sie wusste das war ein Irrtum ,und auch heute wenn so was schlimmes passiert frage ich mich was bringt junge Menschen dazu so was Zutun.
    Ich hoffe für deine Tochter das die stark genug ist ,die braucht jetzt ihre Familie und eure Liebe .

    Ich umarme euch ganz fest und in Gedanken bin ich bei euch .

    Liebe Grüße

    Ati

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  6. Liebe Christine, ich bin sehr gerührt von deinen Worten und vollkommen bei dir! Es ist unglaublich, dass der Kontakt zu dem armen Mädchen so verloren wurde, dass keiner ihr Leid sah und sie selber so verzweifelt, dass kein anderer Weg als Springen möglich schien.

    Und ja, es ist wunderschön, was du über dein Geschenk, deine Familie und eure Liebe zueinander schreibst. Du sagt, "dass ihr immer weider den Weg zueinander findet". Ich glaube, dass macht es aus, dass Liebe bestehen und wachen kann und dass wir uns in einem Kreis von Menschen angenommen und geborgen fühlen und uns das Leben erfüllt und lebenswert scheint.

    Ich kann nur JA sagen dazu! JA!!!!! :-))))

    Von Herzen liebe Grüße an dich und deine Familie und den Menschen in der Schule, die nun vielleicht ein wenig mehr zusammenrücken und lernen, den Weg zueinander zu finden.

    A.

    PS: TOLLE MUSIK :-)

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  7. Ich hoffe, bei dir / euch ist alles ok???

    GLG Martina

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Über mich

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Hallo, ich bin Christine und lebe mit meinem Mann und meinen beiden tollen Kindern (15,12)in der Nähe von Hamburg. Ich liebe das Kreativsein - sei es im Garten, an der Nähmaschine oder mit Pinsel und Leinwand. Doch ich dekoriere das ganze Jahr liebend gern jeden unserer Räume!Seit kurzem habe ich die Farbe weiß als Wohnfarbe entdeckt und finde es spannend, die verschiedenen Stufen miteinander zu kombinieren. Zu uns gehören auch noch John und Joi ,unsere Zwergkaninchen. Im November 2009 ist auch noch Lotta bei uns eingezogen, unsere Golden- Retriever-Hündin. Ich kümmer´mich gern um meine Familie und liebe es, unser Haus immer wieder neu zu gestalten.